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Ein jedes Volk wandelt im Namen seines Gottes,
aber wir wandeln im Namen des HERRN, unseres Gottes,
immer und ewiglich!
Micha 4,5
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Dieser Vortrag wurde von Herrn Dieter Weidtmann beim 30-jährigem Jubiläum
am 27.11.2000 gehalten.
Liebe Gemeinde, verehrte Gäste!
Am Anfang dieser Verkündigungswoche unter dem Oberthema 30 Jahre Gnadenkirche möchte
ich mit Ihnen zurückblicken auf den Werdegang dieses Gotteshauses und der
dazugehörenden Kirchengemeinde Schmalfeld.
Die Überlegungen und Planungen hinsichtlich einer eigenen Kirche für den damaligen Nordbezirk der
Großkirchengemeinde Kaltenkirchen gehen zurück bis in die Anfänge der sechziger Jahre des nun auch rechnerisch bald
zu Ende gehenden zwanzigsten Jahrhunderts.
Als Standort für den Bau einer neuen Kirche war zuerst Lentföhrden vorgesehen.
Das Fehlen eines geeigneten Bauplatzes und die noch völlig offenen Planungen für einen Großflughafen Kaltenkirchen
bewogen den Kirchenvorstand, die Standortwahl zu korrigieren.
Am 23.11.1967 fasste er den Beschluß, die neue Kirche auf dem Schmalfelder Osterkamp zu bauen; und zwar nach dem
abgeänderten Entwurf des Kaltenkirchener Architekten Werner Feldsien.

Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte am Sonntag, dem 19. Mai 1968.
Zu diesem Zeitpunkt stand auch bereits der Name "Gnadenkirche" für das neue Kirchengebäude fest. So wählte Propst
Dr. Karl Hauschildt als Grundlage für seine Ansprache das Wort aus dem 1. Petrusbrief: "Setzet eure Hoffnung ganz
auf die Gnade, die euch dargeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi."
Dem Richtfest am 6. Dezember 1968 folgte
nach einer Gesamtbauzeit von zweieinhalb Jahren am 18. November, dem Buß- und Bettag des Jahres 1970, die
Einweihung unserer Gnadenkirche durch den Bischof von Holstein, Dr. Friedrich Hübner.
Dem Dienst Gottes geweiht, war die neue Kirche bestimmt zum Seelsorgezentrum
für die Dörfer Schmalfeld, Lentföhrden, Hasenmoor und Struvenhütten. Zuständig für diese vier Dörfer blieb vorerst
der damalige Pastor des Nordbezirks, Herr Dieter Stein.
Zur Zeit der Kirchenweihe war auch das Pastorat in Schmalfeld bereits im Bau. Mit Klaus Böttcher erhielt der
neue
Pfarrbezirk im Mai 1971 seinen ersten eigenen Pastor. Im September desselben Jahres bezog das Ehepaar Böttcher das
inzwischen fertiggestellte Pastorat. Der innere Gemeindeaufbau konnte beginnen. Gemeinde unter der Gnadensonne
Jesus Christus sollte nicht nur künstlerische Vision und kunstvolle Ausschmückung unserer Kirche durch den
Hamburger Bildhauer Assmann bleiben - Gemeinde unter der Gnadensonne Jesus Christus sollte in Schmalfeld
lebendige geistliche Wirklichkeit werden.

Dieser missionarischen Aufgabe widmete sich das Ehepaar Böttcher mit unermüdlicher, aufopferungsbereiter Hingabe:
im
Gottesdienst, in Bibelstunden, in der Teestube, auf Freizeiten, durch Missions- und Evangelisationswochen, durch
Andachten
bei den Veranstaltungen der Altenklubs, durch Gebetswochen im Rahmen der Evangelischen Allianz und weitere
Veranstaltungen mehr. Mit seinem eigenen Bus holte Pastor Böttcher persönlich die Menschen aus den Dörfern zu den
Veranstaltungen ab, er fuhr mit den Freizeitteilnehmern nach England, Norwegen, Süddeutschland oder Heiligenhafen.
In den Räumen des Pastorats bot die Familie Böttcher den Besuchern der Teestube und anderen Gemeindegruppen ein
gastfreies Zuhause.
Viele alte und besonders junge Menschen
fanden auf diesen Veranstaltungen erstmalig oder neu den Weg unter Gottes Wort und lernten, ihr Leben neu
auszurichten und zu
gründen auf die Gnade unseres Herrn Jesus Christus.
Gott legte seinen Segen auf diese missionarisch ausgerichtete Gemeindearbeit. Er weckte auch in den Herzen
vieler Gemeindeglieder die Liebe zur Mission, machte sie bereit, sich selbst zur Mitarbeit hier vor Ort oder
in der weiten Welt zur Verfügung zu stellen, beziehungsweise durch Gebet und erhebliche Geldmittel die Arbeit
der Deutschen Missionsgemeinschaft zu unterstützen. Die Verbindung zur Deutschen Missionsgemeinschaft, deren
Vorsitzender Pastor Böttcher inzwischen geworden war, ließ ihn nach 18 Jahren Tätigkeit in unserer Gemeinde den
Entschluss fassen, Schmalfeld zu verlassen und in Eschelbronn, in der Nähe des Buchenauer Hofes, der Zentrale der
Deutschen Missionsgemeinschaft, eine neue Gemeinde zu übernehmen. Nach seiner
Verabschiedung am Erntedanktag 1989
blieb die Pfarrstelle bis zum 11.02.1990 vakant. An diesem Tag fand die feierliche Einführung von Herrn Pastor
Hans- Jochen Vetter statt, der vom Kirchenvorstand zum Nachfolger von Herrn Böttcher gewählt worden war. Mit Herrn
Vetter erhielt Schmalfeld einen Pastor, der bereit war, die Gemeindearbeit im Sinne seines Vorgängers weiterzuführen.
Damit war ein sehr dringliches Gebetsanliegen vieler Gemeindeglieder erhört worden. Was Gott gesegnet hatte, konnte
fortgesetzt und ausgebaut werden.
Dankbar soll vermerkt werden, dass es uns im Jahre 1991 ermöglicht wurde, das Kirchengebäude um einige Räume zu
erweitern.
Mehr Räume schufen mehr und bessere Möglichkeiten für eine sich ausweitende Gemeindearbeit.
Unerfüllt blieb aber noch für weitere fünf Jahre der sehnliche Wunsch nach voller Selbständigkeit der
Kirchengemeinde. Erst nach vielen oft kontrovers und emotionsgeladen geführten Diskussionen fasste der
Kirchenvorstand der Großgemeinde Kaltenkirchen am 18. Juni 1996 den Beschluss, die Gemeindebezirke Schmalfeld
und Kisdorf in die Selbständigkeit zu entlassen.
Die Urkunde über die Errichtung dieser beiden Kirchengemeinden tragen das Datum 3. November 1996.
Es ist somit das Geburtsdatum der Kirchengemeinde Schmalfeld. Am 2. Februar
1997 konstituierte sich der Kirchenvorstand der neuen Kirchengemeinde. Er setzt sich zusammen aus 6 gewählten
Mitgliedern, einem berufenen Mitglied und dem Pastor der Gemeinde. Zu seinem Vorsitzenden wählte der
Kirchenvorstand den Tischlermeister Willi Brakel aus Nützen. Der Teilungsbeschluss vom 18. Juni 1996 sah vor, die
Verwaltung der abgetrennten Kirchengemeinden weiterhin bei der Kirchenverwaltung in Kaltenkirchen zu belassen.
Diese Entscheidung widersprach aus verschiedenen Gründen den Vorstellungen und Zielsetzungen der Schmalfelder
Kirchenvorsteher. So wurden bereits, von Beginn der Selbständigkeit an, fast alle Verwaltungsaufgaben
einschließlich der Haushalts- und Kassenführung von fachlich versierten Gemeindegliedern in Schmalfeld selbst
erledigt. Am 30. April 1999 endete dann auch offiziell die Verwaltungseinheit mit der Kirchengemeinde Kaltenkirchen.
Um die sich ausweitende Gemeindearbeit nicht nur durch mehr und größere Räume, sondern auch durch verstärkten
engagierten Personaleinsatz abzusichern, erweiterte der Schmalfelder Kirchenvorstand mit Wirkung vom
1.01.1997 die vorhandene Praktikantenstelle auf eine volle Gemeindepädagogenstelle. Stelleninhaberin
ist die Gemeindepädagogin Margarete Rathje.
Erwähnen möchte ich noch, daß der Kirchenvorstand Herrn Pastor Vetter am 29. Februar dieses Jahres in
Anerkennung seiner bisherigen Arbeit für weitere 10 Dienstjahre in der Gemeinde bestätigte.
Dagegen wurde die langjährige hauptamtliche Organistin Frau Schlüter am 31. Juli 2000 in den Ruhestand
verabschiedet. Als ihre Nachfolgerin trat am 1. August Frau Knabenschuh den Dienst an der Orgel an.
Im Hinblick auf das Vortragsthema heute abend möchte ich meine Ausführungen abschließen mit einem Zitat aus dem
Rheinischen Merkur vom 6. Oktober 1995. Dort heisst es zum Stichwort "Kirchliches Leben - Kirche sein": "Denn das
bemisst sich nicht an der Fülle gesellschaftspolitischer Aktivitäten und Kongresse, nicht am Anpassen an die
jeweilige Zeit, die zum immer neuen Hinterherhinken zwingt. Es wäre gut, sich an die Kernfrage eines früheren
Reformers, der zum Reformator wurde, ab und an zu erinnern: Wie finde ich einen gnädigen Gott? Auf den ist die
Welt, und sei sie auch noch so modern, stets angewiesen. Ihn sicht- und fühlbar zu machen, das ist es."
Ich denke, das war auch das Grundanliegen und die Motivation aller Beter, Mitarbeiter und Verkündiger in unserer
Gnadenkirche während ihres nun 30- jährigen Bestehens. Gebe Gott, dass es auch in Zukunft so bleiben darf.
Dieter Weidtmann
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